FAQs

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Die Japanische Legewachtel ist eine Vogelart aus der Familie der Fasanenartigen, die zur Ordnung der Hühnervögel gehört. Die wilde Form hat ihren Ursprung in Japan, Korea und den angrenzenden nordwestlichen Gebieten. Die Zugvögel ziehen sich im Winter in wärme Gefilde zurück. Im 16. Jahrhundert wurde die Wachtel in Japan als Ziervogel gehalten, heute wird sie intensiv auf Legeleistung gezüchtet (was auch bedeutet, dass Legewachteln kaum mehr selbst brüten).

Mit der Bezeichnung Französische Legewachtel sind Mastwachteln gemeint, die schwere Linie der Japanischen Legewachtel. Der Begriff Eurowachtel ist einfach nur Blödsinn.

Können Wachteln fliegen?
Domestizierte Legewachteln leben in der Gruppe und sind Bodenbewohner. Sie können zwar fliegen, allerdings nicht sehr zielgerichtet. Man kann sie trotzdem nicht ohne Abdeckung frei laufend halten wie Hühner, sondern nur im Stall oder in der Voliere. Die schreckhaften Tiere fliegen oft senkrecht auf bei Gefahr, wobei sie sich starke Verletzungen zuziehen können, darum sollte der Stall entweder so niedrig sein, dass sie gar nicht aufflattern können (was ich persönlich nicht sehr artgerecht finde) oder so hoch, dass sie nicht oben anstoßen können. 1 m ist eine gefährliche Höhe, von der ich abrate. Mit 2 m habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Lebenszyklus
Nach einer seltenen Naturbrut oder eben der üblichen Kunstbrut in der Brutmaschine schlüpfen die Küken nach 17 Tagen. Bereits mit ca. 7 Wochen beginnen die Hennen mit der Eiablage und die Hähne werden geschlechtsreif. Beginnen sie zu „treten“ (die Hennen zu befruchten), müssen sie aus der Gruppe entfernt werden, da sich nur ca. 6 Hennen mit 1 Hahn als Gruppe gut verstehen. Zu viele Hähne bekämpfen sich untereinander und bei zu wenig Hennen pro Hahn werden die Damen zu sehr belästigt und auch verletzt. Legewachteln werden 3 bis 4 Jahre alt.

Wie viele Eier legt eine Henne?
Die Henne legt ein Ei pro Tag, meistens in den Abendstunden. Jedes ist individuell gefärbt. Wer seine Tiere gut kennt, kann die Eier schnell den jeweiligen Hennen zuordnen. Eier dürfen nicht gewaschen werden (nur mit einem Tuch vorsichtig abgewischt), damit die Schutzschicht des Eis nicht zerstört wird. Speiseeier würden so schnell verderben und eine Brut nicht gelingen.

Werden die Hennen nur mit natürlichem Licht gehalten, hören sie zum Winter hin, wenn die Tage kürzer werden, auf zu legen und beginnen erst im Frühjahr wieder damit. Gibt man ihnen durch künstliches Licht die Gelegenheit, länger zu fressen, legen sie auch im Winter, hören dafür aber gegen Lebensende früher auf zu legen. Eine Henne, der die natürliche Legepause gestattet wird, legt ihr gesamtes Leben lang im Frühjahr und Sommer durch.

Woran kann es liegen, wenn eine Henne nicht legt?
Zunächst einmal: Sind es wirklich Hennen? Manche Verkäufer legen Anfänger damit gerne mal aufs Kreuz. Und: Wie alt sind die Tiere? Sie legen ab ca. 8 Wochen bis ca. 3 Jahre.

Nach einem Umzug, der Stress für die Tiere bedeutet, ist mit bis zu 14 Tagen ohne Eiablage zu rechnen. Beim Transport oder gleich am ersten Tag kommt oft ein Ei – das aber schon „vorproduziert“ war. Generell bei Stress hören Hennen schnell auf zu legen. Neue Tiere in der Gruppe oder Wildtiere (oder Katzen / Hunde) vor der Voliere bedeuten ebenfalls Stress. Wachteln sollten auch nicht zu hell gehalten werden.

Bei Tieren vom Vermehrer kann es auch gut sein, dass kein hochwertiges Kükenfutter mit ausreichend Rohprotein verfüttert wurde und somit der Legeapparat der Hennen nicht voll ausgebildet ist. Bei der Gabe von gutem Wachtelfutter (echtes Wachtelfutter, kein Hühnergfutter, ca. 18-20% Rohprotein, ca. 4-5% Calcium) wird es aber nach ein paar Wochen zum Eierlegen kommen. Bei Tieren unklarer Herkunft kann es auch sein, dass sie bereits zu alt sind oder dass es sich um einen Hahn handelt (bei einigen Farben ist das nur durch den sog. Kloakentest zu erkennen).

Im Frühjahr und im Herbst sind die Wachteln in der Mauser (Abwerfen und Neubildung des Felderkleids), in dieser Zeit legen sie auch wenig bis gar nicht.

Hennen, die im Spätsommer oder Herbst angeschafft werden, beginnen evt. erst im nächsten Frühjahr zu legen, wenn sie nicht durch zusätzliches Licht auf ca. 14 bis 16 Stunden Licht kommen.

Armin Kühne ergänzt für mich:
„Ich selbst habe seinerzeit verkündet, dass die Wachteln durch länger Licht mehr fressen und deshalb mehr legen. Das war zwar logisch, aber falsch. Ich habe mich mehrfach korrigiert: Durch das Licht werden vom Gehirn über Hormone Eizellen im Eierstock angeregt, sich zu entwickeln, um nach etwa zwei Wochen Eier ablegen zu können. Erst dadurch wird mehr Futter gebraucht.“

Windeier
Ein Ei ohne Außenschale, nur mit der Innnenschale, kann verschiedene Ursachen haben.
Junge Tiere legen anfangs ab und zu solche Eier, die „Produktion ist noch nicht richtig
angelaufen“. Das sollte nach ein paar Tagen aufhören. Oder die Wachteln haben zu
wenig Kalzium im Futter (sollten 4-5% sein), dann sollte man Grit zufüttern.

Brauchen Hennen einen Hahn?
Bei Hühnern warnt der Hahn vor Feinden und kümmert sich um seine Hennen. Er hält die Gruppe zusammen und ist dort sinnvoll. Wer keine eigenen Wachteln nachzüchten möchte, braucht keinen Hahn. Die Hennengruppe kommt prima ohne einen Hahn zurecht, der sie teilweise auch wirklich nervt und belästigt.

Wie viel Futter braucht eine Legewachtel?
Wachteln benötigen den ganzen Tag über Futter zur freien Verfügung, sie dürfen nicht nur in begrenzten Portionen gefüttert werden. Bei mehr als 6 Tieren empfehle ich, mehrere Futter- und Wasserstellen einzurichten, damit alle Tiere immer an Futter und Wasser gelangen können.

Wie erkenne ich das Geschlecht einer Legewachtel?
Bei einigen Farbschlägen (Wild, Gold, Goldsprenkel, Rotkopf, Fee) sind die männlichen und weiblichen Tiere ab Lebenswoche drei oder vier anhand der Färbung zu unterscheiden. Bei anderen Farben (wie Tenebrosus, Weiß, Blau, Schecken) ist die Geschlechtsbestimmung erst ab der Geschlechtsreife mit ca. 6-7 Wochen mittels des Kloakentests feststellbar.

Dazu dreht man das Tier auf den Rücken und drückt die Kloake leicht zusammen. Tritt ein weißen Schaum aus, handelt es sich um einen Hahn. Dieses Sekret ist kein Sperma, mehr eine Trägerflüssigkeit, die das Sperma an der Henne hält.

In der Winterruhe kann dieser Test trotz des passenden Alters des Tieres nicht funktionieren, da die Wachteln in Winterruhe sind und durch wenig Licht nicht sexuell aktiv.

Wie viel Platz benötigen Wachteln?
Die Mindestgröße für eine Gruppe von einem Hahn und 4-5 Hennen beträgt 2m². Nur so kann man von artgerechter Haltung sprechen.

Ab wann können Küken in die Außenhaltung?
Wenn sie voll durchgefiedert sind mit 5-6 Wochen und es nachts nicht mehr kälter als 10 Grad plus sind.

Sind Wachteln winterhart?
Japanische Legewachteln kann man problemlos im Winter in Deutschland in der Außenvoliere halten, wenn diese von oben gegen Regen und Schnee gesichert ist und von zwei Seiten gegen Wind. Es sollten ein großes oder mehrere kleinere Schutzhäuser vorhanden sein, die aber keinesfalls beheizt sein dürfen, denn ein Wechsel zwischen warm und kalt wäre viel schlimmer, als eine durchgehende kalte Temperatur. In kalten Nächten wird ein Heuhaufen auch gerne als Schutz aufgesucht.

Die Tiere müssen ab Herbst an den stetig fallenden Temperaturen gewöhnt sein, damit sie in der Mauser im Herbst das entsprechende Wintergefieder ausbilden können. Wachteln aus Innenhaltung kann man nicht im Winter nach draußen setzen.

Wie integriert man neue Tiere in eine bestehende Gruppe?
Zunächst gehören neue Tiere für eine Woche in Quarantäne, damit man sich keine Krankheiten in den eigenen Bestand einschleppt. Küken sollten mindestens 5 Wochen alt sein, denn es gibt keinen „Welpenschutz“ und die erwachsenen Tiere würden sie angreifen und verletzen.

Vor der Zusammenführung wird das Gehege komplett neu eingerichtet, damit alle Wachteln Neuland betreten und sich erstmal neu orientieren müssen. Dabei erfolgt eine Trennung der beiden Gruppen durch ein Gitter.

Manche Züchter raten, die Seiten täglich zu tauschen, damit keine Revierbildung erfolgen kann. Das ist mir jetzt wieder zu anstrengend…

Nach 14 Tagen kann man das Gitter entfernen. Oder auch schon früher, wenn beide Gruppen am Gitter schlafen, ohne sich anzugreifen. In den Abendstunden, wenn die Tiere ruhiger sind, ist die beste Gelegenheit.

Es ist immer schwierig, ein einzelnes Tier in eine bestehende Gruppe zu integrieren. Es wird immer als Eindringling betrachtet und oft angegriffen. Besser eine kleine Truppe bilden und dann mit der großen Gruppe vergesellschaften.

Kann ich verschiedene Farben zusammen halten?
Die bei den Hobbyhaltern beliebte „bunte Truppe“ birgt einige Risiken. Die Wachteln fühlen sich innerhalb einer Farbe wohler. Im Sommer hatte ich Tenebrosus und Wild zusammen in einer Voliere und obwohl bei den Tenebrosus zugekaufte dabei waren, die also nicht alle in einem Kükenheim zusammen groß geworden waren, haben sich die beiden Farben klar in ihre Farb-Gruppen getrennt.

Ich hatte auch mal eine Weiße noch übrig und in der Gruppe – sie wurde so gemobbt, dass sie sich irgendwann umgebracht hat. (So wild umher geflattert, dass sie sich irgendwann doch das Genick gebrochen hat).

Warum sich nicht mit den Tieren so beschäftigen, dass man sie am Verhalten auseinanderhalten kann? Und für die erste Zeit gibt es farbige Ringe (ich verwende flexible, sieht man in meiner Liste Links).

Was mache ich mit einem verletzten Tier?
Eine verletzte Wachteln muss sofort von der Gruppe getrennt werden, da Wachteln auf blutende Verletzungen einhacken.

Obwohl Wachteln über erstaunliche Selbstheilungskräfte verfügen, rate ich dringend zum Gang zum vogelkundigen Tierarzt bei verletzten Tieren.

In Ruhe und separat kann sie sich erholen und hat immer freien Zugang zu Futter und Wasser, was innerhalb der Gruppe bei einem schwachen Tier nicht immer gewährleistet ist.

Auch aufmerksam sollte man werden, wenn eine Wachtel aufgeplustert und mit geschlossenen Augen im Stall sitzt. Und sollte mehr als ein Tier innerhalb eines kurzen Zeitraums sterben, würde ich es obduzieren lassen.

Ein Störenfried in der Gruppe
Oft hilft es, den Störenfried für einige Tage zu separieren und es dann erneut zu versuchen. Hat man mehrere Gruppen, kann man es in einer anderen Gruppe versuchen, wobei einzelne Tiere immer schwer zu integrieren sind.

Man kann entweder der Täter oder das Opfer entfernen. Allerdings sucht sich der Täter dann meistens ein neues Ziel, also macht es mehr Sinn, sich vom Täter zu trennen.