Fütterung der Japanischen Legewachtel

Hauptfutter und Ergänzungen – Tipps und Tricks

Die Fütterung der Japanischen Legewachtel ist eigentlich sehr einfach: Echtes Legewachtelfutter kaufen. Sack auf, Futter in ein geeignetes Gefäß, Sack zu. Wenn da nicht die Lust der Hobbyhalter wäre, den Tieren etwas Gutes zu tun… Welches Futter ist wirklich sinnvoll und was schadet der Wachtel?

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Was die Alten noch wussten
„Nachdem der Produktionsumfang an Wachteleiern im deutschsprachigen Raum relativ klein ist, wird von der Futtermittelindustrie kein spezielles Wachtel-Legefutter angeboten“, schrieb Klaus Damme in seinem ersten Wachtelbuch und behalf sich und seinen Lesern noch mit einer Mischung aus Putenstarter, Hühnerfutter und zusätzlichen Eiweißquellen.  Schon damals lehrte er uns, dass Wachteln primär keinen Bedarf an Protein, sondern an essentiellen Aminosäuren haben und zudem, wie wichtig die Kalzium-Versorgung für die Schalenstabilität ist.

Friedel Bernhard und Armin Kühne, die vor allem eigene Erfahrungen  aus ihrer langjährigen Zucht weitergeben, erklären weiterführend, dass Rohprotein aus Aminosäuren besteht, aus denen die im Organismus notwendigen Körpereiweise produziert werden. Diese sind in pflanzlichem Eiweiß nicht vorhanden und können von der Wachteln auch nicht selbst produziert werden.

Da sich Legewachteln durch ihren schnellen Lebenszyklus gut für Forschungen eigenen, konnte uns übereinstimmend folgendes Ergebnis übermittelt werden:

Wer bei Japanischen Legewachteln eine optimale Versorgung und gute Legeleistung erreichen möchte, muss auf die richtigen Werte achten: 18-20% Rohprotein und 4-5% Calcium.  

Küken brauchen mehr
Das Wachtelküken benötigt in der ersten Zeit ein anderes Futter, als die erwachsenen Tiere. 29% Rohprotein sind hier sinnvoll, damit sich der Legeapparat vollständig ausbilden kann. Wachteln, die mit minderem Futter aufgezogen werden, beginnen später mit der Eierproduktion und sind im gesamten Leben anfälliger für Krankheiten, ein wenig schwächlich und damit auch keine perfekten Zuchttiere.

Während der ersten Tage ein wenig Mohn (ganz normaler Backmohn aus dem Supermarkt) über das Futter zu streuen hilft den Küken, das Futter zu erkennen und danach zu picken und wirkt zudem gegen Durchfall. Hartgekochtes Ei ist auch ab dem ersten Tag ein gutes Kükenzusatzfutter, ansonsten ist von Leckerchen und Grünzeug in der Wachstumsphase abzuraten, da es hier vordergründig um die regelmäßige und gute Nahrungsaufnahme geht. Gespielt und genascht werden kann dann später.

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Lebensnotwendiges Wasser und cleveres Equipment
Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen und in einem nicht zu flachen Gefäß angeboten werden, damit die Wachteln nicht durchlaufen und es verunreinigen können. Die Tränke ein wenig erhöht zu stellen auf ein Holzbrett oder einen flachen Stein verhindert, dass Streu hinein gescharrt wird. Im Winter kann ein elektrischer Tränkenwärmer einfrieren des Wassers verhindern oder es muss mehrfach am Tag ersetzt werden. Auch bei großer Hitze sollte das Wasser öfters erneut werden, um Keimbildung zu verhindern. Alle Gefäße werden regelmäßig gründlich gereinigt.

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Futter sollte der Wachtel immer und rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ein spezieller Futterbehälter mit kopfgroßen Öffnungen verhindert Futterverschwendung und eine Verunreinigung des Futters. Auch diesen sollte man erhöht stellen oder in Kopfhöhe der Tiere aufhängen.

Warum nicht einfach selbst mischen?
Die Werte, die ein gutes Futter erreichen sollte, sind mit mathematischen Grundkenntnissen zwar durchaus zu erreichen, aber für den Hobbyhalter lohnt sich das Verfahren schlicht und ergreifend finanziell nicht: Es sind zu viele Bestandteile nötig, eine zu große Masse an unterschiedlichen Futterbestandteilen, die eine kleine bunte Truppe gar nicht fressen kann, bevor es schlecht wird.

Für den Züchter hingegen kann es sich schon lohnen, auf das teure Fertigfutter zu verzichten und sich in einer Futtermühle eine eigene Mischung anfertigen zu lassen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die eigene Mischung für den Laien schwierig und für den Kenner aufwändig ist.

Obst und Gemüse
Der Hobbyhalter möchte seinen Legewachteln gerne etwas Gutes tun, es reicht ihm oft nicht, einfach Futter aus einem Sack zu füttern. Aber Achtung: Obst mit hohem Zuckeranteil kann von der Japanischen Legewachteln nicht verstoffwechselt / verdaut werden. Eine Wassermelone mit hohem Wasseranteil kann gut gefüttert werden, von allen anderen Obstsorten mit hohem Fruchtzuckeranteil ist deutlich abzuraten.

Jedes Zusatzfutter setzt den Rohproteingehalt des Hauptfutters herunter. Füttert man also viel Gemüse, kann die Legeleistung der Tiere nachlassen. Trotzdem ist Gemüse (alle Küchenkräuter, Gurke, Karotte geraspelt, Salat am Stück, Zucchini, Maiskolben) eine schöne Abwechslung und eine Beschäftigung für die Tiere. Aus gesundheitlichen Aspekten ist die Zugabe völlig unnötig, wenn man gutes Wachtelhauptfutter gibt, und – wie gesagt – sie senkt sogar die Legeleistung. Trotzdem hebt sie die Lebensqualität der Tiere, die damit und daran einfach Spaß haben.

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Bei Zusatzfutter und in der Stalleinrichtung muss unbedingt darauf geachtet werden, dass keine giftigen Pflanzen in die Nähe der allesfressenden Legewachtel kommen. Auch Küchenabfälle, wie man sie Hühner problemlos geben kann, sind kein geeignetes Wachtelfutter.

Schnickschnack aus dem Shop
Die Wachtelshops bieten vom lebenden Mehlwurm bis zum getrockneten Wachtel-Tee ziemlich viele Zusatzleckerchen an, für die man viel Geld ausgeben kann. Muss oder soll man diese Produkte kaufen?

Der Shop bietet an, was nicht giftig ist und der kleine Gärtner ohnehin selbst anbaut oder pflückt. Heilwirkungen sind nicht bewiesen, Schaden wird die Gabe auch keinen verursachen, außer dass die Legeleistung sinkt, wenn der Rohproteingehalt des Hauptfutters durch Zugabe anderer Futter logischerweise gesenkt wird. Kann man also machen, muss man nicht – und kann man auch einfach lassen…

Der neueste Schrei: Gentechnikfrei
Vermutlich, weil sich auch der Halter gesünder ernährt oder einfach mehr Gedanken um sein eigenes Essen macht, wurde im vergangenen Jahr der Schrei des Käufers nach genfreiem Wachtelfutter immer lauter. Und die Industrie hörte zu und bietet nun Möglichkeiten an. So gibt es mit den Marken Treff und einem Biofutter eines Wachtelshops aktuell bereits mehrere genfreie Futter für Legewachteln. Tiere, die bis vor ein paar Jahren noch mit Abfallresten und Hühnerfutter versorgt wurden, können nun nach den allerneuesten Erkenntnissen und Wünschen ernährt werden.

Fazit
Was die Legewachtel benötigt, haben uns die Herren Damme, Kühne & Co vor vielen Jahren mitgeteilt und die Industrie produziert nach diesen Erkenntnissen. Was die Legewachtel bekommt, muss der Besitzer und Züchter nach wie vor selbst entscheiden. Aber die Fütterung ist einfach: Sack auf…