Wachtel-Umfrage Kükensterben – Die ersten Ergebnisse

Der Hintergrund

Als sich Anfang der Brutsaison 2017 die Meldungen über vermehrtes Kükensterben häuften, wurde ich hellhörig, sehr misstrauisch und beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Nach einigen Telefonaten mit Betroffenen, die übereinstimmend eine Quelle der Bruteier nannten, war ich so wahnsinnig, dort ebenfalls zu bestellen. Unter falschem Namen, da er mich natürlich nicht beliefert. Auch bei mir starben diese Küken wie die Fliegen und ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die Umfrage

Da es zahlreiche Ursachen für ein Scheitern geben kann, entwickelte ich einen Fragebogen, der alle für mich relevanten Ursachen abfragte. Ganz grob waren es diese Themen:

  • Bruteiquelle
  • Futter
  • Brüter
  • Brut: Temperatur und Luftfeuchte
  • Kükenheim: Einstreu, Wärmeplatte, Rotlicht, Hygiene
  • Sonstiges: Eigene Ideen und Erkenntnisse

Das war natürlich alles sehr unwissenschaftlich und mein Freund, der Marktforscher, wälzt vermutlich seit Stunden schallend lachend auf Boden. Trotzdem habe ich versucht, Gemeinsamkeiten zu finden und mögliche Ursachen zu ermitteln.

Die Teilnehmer

Es haben sich seit Januar 2017 bisher über 50 Leute beteiligt. Das ist sehr schön – aber auch sehr erschreckend. Mein Dank geht hier nochmal an alle Wachtelhalter, die sich die Zeit genommen haben!

Die Ergebnisse

Bruteiquelle

Leider hat sich mein Hassobjekt Nummer 1 im Vermehrerbereich als Hauptursache herausgestellt, wenn alle anderen Faktoren gestimmt haben. Leider darf ich den Namen seiner „Wachtelzucht“ nicht nennen, da er mir immer mit Klage droht.

Futter

Mit echtem Wachtelkükenfutter mit 26-29% Rohproteingehalt gab es keine Probleme. Ursache in der Fütterung (wenn alle anderen Faktoren gestimmt haben) waren Hühnerkükenfutter oder Putenstarter mit Kokzidienschutz. Also lasst das bitte.

Brüter

Ein Brüter wurde extrem oft genannt, wenn die anderen Rahmenbedingungen perfekt waren. Der Janeol. Die Klagen hatte ich vorher oft gelesen und es wundert mich auch, wenn Temperatur und Luftfeuchte stimmen – aber es war immer wieder dieser Brüter. Kauft ihn nicht. Erwarte freudig erregt die Klage des Herstellers.

Brut: Temperatur und Luftfeuchte

Sollten bekannt sein. Wem da halt mal der Strom ausfiel und die Eier danach mal 3 Stunden auf 40 Grad gegrillt wurden, der muss sich nicht wundern. Das fällt unter Sonderfälle wegen Blödheit.

Kükenheim: Einstreu, Wärmeplatte, Rotlicht

Hier gab es keine Besonderheiten. Kein Unterschied zwischen Platte und Licht oder Einstreu. Es gab natürlich auch einen Spezialisten, der gar keine Wärmequelle hatte (!!?) und sich dann wunderte, dass die Küken starben. Siehe Sonderfälle wegen Blödheit.

Sonstiges: Eigene Ideen und Erkenntnisse

Eine Wachtelhalterin meldete, dass es bei ihr eine (selbst verschuldete) Botulismusvergiftung war. Sie hatte die Wachtel mit Wasser aus der Regentonne getränkt. Dort kam Wildvogelkot rein aus der Regenrinne, der sich in der Sonne im Wasser erwärmte und sich die Botulien damit vermehren konnten. Also: Kein Wasser aus der Regentonne für Wachteln.

Fazit

  • Bruteiquelle: Kauft nicht bei dem Vollidioten.
  • Futter: Kauft echtes Wachtelkükenfutter.
  • Brüte: Kauft einen Markenbrüter. Und nein, der J ist keiner.
  • Brut: Temperatur und Luftfeuchte – Haltet Euch an die Angaben.
  • Kükenheim: Einstreu, Wärmeplatte, Rotlicht, Hygiene – Haltet Euch an die Angaben.
  • Sonstiges: Kein Regenwasser an Wachteln.
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4 Antworten zu Wachtel-Umfrage Kükensterben – Die ersten Ergebnisse

  1. Ramona schreibt:

    Hallo dazu hab ich mal eine Frage! Ich habe mir jetzt zum zweiten mal Wachteln zugelegt mit einem neuen Voliere insgesamt 8 m2 für acht Wachteln! Ihnen gefällt es ganz gut, sie sind zwar ganz anders als die alten ich bin aber sehr glücklich mit Ihnen! Ich habe 7 Hennen und einen Hahn! Eine Henne brütet jetzt seit 7 Tagen! Sie ist wirklich die ganze Zeit auf den Eiern! Ich will sie das gerne machen lassen aber kümmert die sich dann um die kleinen oder muss ich das dann machen? Denn ausgestattet bin ich für sowas leider nicht! Und es sind nur 3 Eier… Den die Hennen verweigern das legen wenn es doch wieder schneit 😉 da kann ich sie aber gut verstehen!

    • tinatara schreibt:

      Normalerweise kümmtert sie sich um die Küken, aber Du brauchst trotzdem Wachtelkükenfutter und Du musst die brütende Henne undbedingt vor dem Schlupf von den anderen separieren, denn sonst killen die die Külen sofort. Einen Hahn hast Du dabei?

      • Ramona schreibt:

        Ja einen hahn hab ich dabei! Gut das ist möglich sie zu separieren und am Futter soll es nicht scheitern! Danke für die Info! Haben drei weitere in 8m2 platz oder wird das zu eng?

  2. Ramona schreibt:

    Hallo, ein kurzer Zwischenstand.
    Die Henne kümmert sich sehr gut um die drei Küken. Sie sind jetzt eine Woche alt und sie sind natürlich abgegrenzt vom Rest. So jetzt die Frage ab wann kann man die Wachteln wieder zusammenlassen? Aktuell sind noch alle in einem Gehege nur dazwischen ist ein Zaun gezogen.
    Danke schonmal für die Antwort.
    Liebe Grüße
    Ramona

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